Diamorphin ist pharmazeutisch hergestelltes „Heroin“, steht in einigen europäischen Ländern zur Behandlung der Opiatabhängigkeit zur Verfügung und kann somit legal per Rezept von speziell qualifizierten Ärzten verordnet werden.

DIAMORPHIN führt zur Beruhigung, Sedierung und Reduktion psychischer Spannungen und vermittelt den Patienten ein Gefühl von Geborgenheit, Halt, Schutz und Vertrauen. In der Folge tritt eine Reduktion des Beigebrauchsverhaltens ein, Selbstverletzungen gehen zurück und die Lebensqualität nimmt zu.

DIAMORPHIN und illegal erworbenes „Heroin“ sind chemisch und in Ihrer Wirkung im Körper identisch und bewirken beide einen „Kick“. Straßenheroin weist vielfältige Verunreinigungen und Giftstoffe auf, welche zu schweren körperlichen und psychischen Funktionsstörungen führen können.

Diamorphin wird unter Aufsicht vom Patienten selbst - in der Regel intravenös – injiziert.

Patienten haben die Möglichkeit 1x oder 2x oder auch 3x täglich zur Vergabe des Diamorphins zu erscheinen, je nach ihrem individuellen Bedarf. Die weit verbreitete Ansicht, dass Diamorphin dreimal täglich eingenommen werden muss ist dagegen FALSCH!!!

DIAMORPHIN kann – wie auch alle anderen Opioide – je nach (Über-)Dosierung zu diversen Nebenwirkungen führen.

Hierzu zählen Atemdepression, Übelkeit/Erbrechen, Verstopfung, Halluzinationen, Benommenheit, Ohnmacht und Mundtrockenheit. Eine Überdosierung kann in der Regel durch die kontrollierte Abgabe in der Ambulanz vermieden werden. 

 - Vollendetes 23. Lebensjahr

- Mindestens 5 Jahre opiatabhängig mit schwerwiegender körperlicher und psychischer Funktionsstörung

- Überwiegender intravenöser Konsum

- Nachweis über zwei erfolglose Behandlungen, davon eine mindestens 6-monatige Substitutionsbehandlung
mit psychosozialer Betreuung 

Zunächst werden die formalen Voraussetzungen (Alter, Dauer der Abhängigkeit, etc.) überprüft und bei positivem Ergebnis die bestehende Opioidtoleranz sowie das aktuelle Beigebrauchverhalten durch eine zunächst 14tägige Behandlung mit Methadon/Polamidon ermittelt.

Im Anschluss erfolgt die schrittweise Umstellung/Aufdosierung des DIAMORPHINS bei gleichzeitiger Reduktion des bisherigen Substitutionsmittels bis zum Erreichen der stabilen Erhaltungsdosis.

Nein. Eine Mitgabe außerhalb der Ambulanz ist grundsätzlich nicht möglich.

Nach einer Phase der Einstellung und Stabilisierung auf eine Erhaltungsdosis ist die Aufnahme einer Arbeitstätigkeit grundsätzlich möglich.

Die Möglichkeit der Kombination mit zusätzlichen Substitutionsmitteln (z.B. Substitol) kann das Auftreten von Entzugssymptomen deutlich verzögern und erlaubt den Aufbau einer bisher nicht gekannten Flexibilität in der Therapie und den Ausbau einer eigenen Tagesstruktur trotz laufender Substitutionsbehandlung.

Die Kombination von DIAMORPHIN mit anderen Substitutionsmitteln ist möglich und sinnvoll, wenn der Eintritt von Entzugssymptomen verzögert werden soll. Hierzu eignen sich Methadon, Polamidon und Substitol (retardiertes Morphin).

Die Mitgabe von DIAMORPHIN im Rahmen einer Take-Home-Verordnung ist aufgrund der gesetzlichen Vorgaben grundsätzlich nicht möglich.

Vor einer geplanten Reise etc. kann jedoch eine Umstellung auf alternative Substitutionsmittel erfolgen und somit auch – bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen – eine entsprechende Take-Home-Verordnung ermöglicht werden.

Außerhalb der Diamorphinambulanz ist die Fortführung der Behandlung derzeit nicht möglich.

Eine für die Zeit der stationären Behandlung vorübergehende Umstellung auf andere Substitutionsmittel (in der Regel Methadon oder Polamidon) ist jedoch möglich.

Die Behandlungsdauer richtet sich grundsätzlich nach dem individuellen Bedürfnis des Patienten. Eine gesetzlich vorgeschriebene Mindest- oder Maximaldauer existiert nicht.

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